Analyse: Plattitüden und Projektionen

Der Wahlkampf mit seinen Appellen an Patriotismus und nationale Stärke täuscht. Die Vereinigten Staaten sind auf dem Weg zur Selbstzerstörung. Zerfällt demnächst der Weltmacht-Anspruch, werden nicht nur die Kräfteverhältnisse auf dem Globus ein neues Gesicht bekommen. Die USA drohen intern auseinanderzubrechen. Die Frage ist nur: In wie viele Teile?

                Von Jürgen Kalwa

 

Wenn man eine Gruppe von aufgebrachten amerikanischen Wählern in den abgelegenen Gegenden des Landes in Stimmung bringen will, gibt es nichts Besseres als Slogans, die so klingen, als habe man Patriotismus getankt. Und zwar mit einer ziemlich hohen Oktanzahl. Am besten sind Platituden, die nach einem Glaubensbekenntnis klingen und deshalb von niemandem hinterfragt werden. Wie dieser Satz, wonach man in den Vereinigten Staaten angeblich im greatest country on the face of the earth lebt.

Dass es sich dabei um eine irrlichternde Projektion handelt, lässt sich leicht belegen. Der Zustand von Bildungssystem und Gesundheitswesen, die hohe Kriminalität und der Waffenwahn, der Drogenkonsum und eine akut steigende Suizid-Rate zeigen, dass die USA im internationalen Vergleich inzwischen ziemlich schlecht abschneiden - und selbst von amerikanischen Medien notgedrungen nicht an der Spitze von Ranglisten aus mehreren Kriterien geführt werden (1).

Das nationale Selbstbild wird ohnehin nicht von realen Errungenschaften inspiriert, sondern von einem grenzenlosen Narzissmus, der irgendwann in Beton gegossen wurde und unter dem Etikett verkauft wird: American Exceptionalism. Amerika ist einzigartig, ist anders, ist mit normalen Maßstäben gar nicht zu messen.

Dieses Schlagwort ist Teil jener Gehirnwäsche, mit der man den Anspruch der Nation an sich selbst und an den Rest der Welt auf ein Handlungsschema bringt: Die USA sind allen anderen Nationen überlegen! Nicht nur wirtschaftlich und militärisch, wofür es sogar statistische Belege gäbe, sondern vor allem auch moralisch. Und weil das so ist, legt dieses Land niemandem Rechenschaft ab.

Dieses Selbstbild ist für vieles verantwortlich. Unter anderem für die ungebrochene Zuversicht, wonach die Amerikaner etwas hinbekommen werden, was noch keinem Weltreich in der Geschichte gelungen ist – nicht dem alten Rom, nicht den Spaniern, nicht den Osmanen und nicht dem britischen Empire: Nämlich dass man den langsamen Zerfall und den Verlust des Weltmacht-Status, den alle anderen nicht vermeiden konnten, tatsächlich abwenden wird.

„Das passiert, wenn ein Weltreich zu Ende geht. Man lebt in einer imaginierten Welt.“ So hat Morris Berman (2) vor einiger Zeit diese Wahnvorstellung in einem Interview charakterisiert. Es sei einfach leichter, eine unangenehme Realität zu leugnen, als sie zu akzeptieren. Wozu gehört, die rasante Entwicklung zu einer oligarchischen Machtstruktur und den Marsch in Richtung Dritte Welt schlichtweg zu ignorieren.
So etwas hilft, von der Realität im Inneren abzulenken: dem wachsenden Verlust an wirklicher Demokratie und der Entwicklung hin zu einer oligarchisch organisierten Gesellschaft, die dem oft verfemten Russland gleich kommt. „Die Vermögensverteilung ähnelt der von Marokko, Tunesien oder Ägypten. Wir sind wie eine Bananenrepublik“, unterstreicht Berman, von dessen drei Büchern zu diesem Thema zwei auch in Deutschland verlegt wurden: Finstere Zeiten für Amerika und Kultur vor dem Kollaps (3). Auch der Überwachungsstaat durch die NSA passt in dieses Bild. Berman schreibt weiter: „Solche Konstellationen haben Anthropologen wie Mary Douglas beobachtet. Sie hat das Buch ,Reinheit und Gefährdung‘ geschrieben. Nationen und Zivilisationen, die sich ganz auf die Bedrohung von außen konzentrieren, wenden irgendwann dieselbe Energie gegen die sogenannte ,Fünfte Kolonne‘ im eigenen Land. Mit diesem Vorgehen gegen eine vermeintliche Subversion wird der Untergang der Nation nur beschleunigt. Zerstörung in Form von Selbstzerstörung.”


Selbstzerstörung in tribal ausgeprägten Weltmächten macht keineswegs an jenem Punkt halt, an dem etwa das Kolonialreich auf seine nationalstaatlichen Urbestandteile zusammenschrumpft. Wie im Fall des britischen Empire - keine sechzig Jahre nach dem Rückzug aus den Territorien in Afrika und Asien vor dem endgültigen Auseinanderbrechen in seine regionalen Kernbestandteile.

Es ist übrigens gar nicht so schwierig, sich einen ähnlichen Prozess für die USA auszumalen. Denn die schiere territoriale Größe des Kernlandes mit vier Zeitzonen und fernen Anhängseln wie Hawaii, Alaska und Puerto Rico (das nicht den Status eines Bundesstaates innehat), wirkt nur rein oberflächlich homogen. Es gibt genügend Kräfte, die das, was trennt, verstärken, und das, was eint, in den Hintergrund drängen. Worüber traditionell Präsidentschaftswahlkämpfe (wie der aktuelle) hinwegtäuschen. Der mag andere Demarkationslinien herausarbeiten, wie Linguistik-Professor George Lakoff von der University of California in Berkeley sie beschreibt, der aus den beiden politischen Hauptströmungen zwei unterschiedliche Idealvorstellungen vom Familienleben herausdestilliert. Danach glaubt das rechte Wählermilieu an die Strict Father Family, in der die Vaterfigur seinen diktatorischen Autoritätsanspruch auf ein überkommenes Rollenbild stützt. Liberale Kräfte sehen die soziale Ausgangslage als Nurturant Parent Family. (4) Als soziale Einheit, in der sich die Eltern als hegende und pflegende Kraft begreifen. Weshalb beide Seiten auch so schlecht miteinander reden können. Denn, sagt Lakoff, wissenschaftliche Untersuchungen lassen den Schluss zu: “Konservative argumentieren gerne mit Hilfe eines direkten Ursache-Wirkung-Zusammenhangs.” Fortschrittlich denkenden Menschen hingegen falle es sehr viel leichter, in Systemzusammenhängen zu denken. „Die Erderwärmung ist fundamental ein Systemphänomen. Deshalb bedroht diese Idee auch konservatives Denken.“ Genau wie die weltweiten wirtschaftlichen Zusammenhänge und ihre Krisen. Alles System-Phänomene (5). Aber diese System-Phänomene lassen sich nicht wegdiskutieren. Sie machen Druck - seien es Freihandel oder spanischsprachige Einwanderer, Klimakatastrophe oder Terroristen mit dem Ziel, das Land an seinen schwächsten Punkten zu treffen.

Die alten Methoden, den Deckel auf dem dampfenden Kessel zu halten, Unzufriedenheit zu kanalisieren und Randgruppen zu stigmatisieren, etwa mit Hilfe eines alltäglichen Rassismus und tödlicher Polizeigewalt gegenüber Afro-Amerikanern, mögen zwar rechten Gruppen gefallen. „Mehrere Untersuchungen belegen, dass Republikaner ganz generell und Trumps Sympathisanten im Besonderen einen hohen Grad an rassisch geprägten Ressentiments hegen“, schrieb Ian Haney-Lopez im Politik-Magazin The Nation (6). Was erklärt, weshalb der Wahlkampf von Donald Trump besonders bei amerikanischen Weißen ankommt, die sich der Ideologie einer Herren-Rasse verschrieben haben. (7)

Aber Hautfarbe und Fremdenhass markieren nur eine von mehreren Grenzlinien, die sich durch die politische Kultur ziehen. Es gibt daneben auch neue, geographisch definierte Grabenkämpfe. Das zeigt sich im Milieu-Denken von „Großstadt versus Kleinstadt“. Von international orientierten Küstenregionen versus biedere hinterwäldlerische Provinz in der Mitte, dem sogenannten “Fly-over country” (8). Von roten – meist ländlich geprägten – Bundesstaaten mit republikanischen Mehrheiten gegen blaue Staaten, in denen die Demokraten den Ton angeben (9). Von religiösen Fundamentalisten, vor allem Evangelikalen, die gegen die säkularen Prinzipien der Verfassung mobil und Stimmung machen gegen Andersdenkende, was zur Zeit die muslimische Minderheit besonders zu spüren bekommt.

Tatsächlich gleichen Appelle an das große Ganze in diesem Kontext nur einem Lack, der übertünchen soll, dass der viel beschworene Gemeinschaftsgeist konstant beschädigt wird. Zum Beispiel in einem Staat wie Kansas, in der Mitte des Landes gelegen, aber auf eine seltsame Weise isoliert vom Drumherum. „Hier draußen zieht das Gewicht der Unzufriedenheit nur in eine Richtung: nach rechts, nach rechts, noch weiter nach rechts. Nimmst du den Bewohnern von Kansas ihre Arbeitsplatzsicherheit, schreiben sie sich bei den Republikanern ein. Drückst du sie von ihrem Land herunter, protestieren sie als nächstes vor Abtreibungskliniken. Aber wenn du sie nach Lösungen fragst, die ihre Vorfahren vorgeschlagen hatten (Gewerkschaften, Kartell-Zerschlagungen, öffentlicher Besitz von Unternehmen oder Einrichtungen), wirkst du so, als ob du von einer Zeit redest, als es noch Ritter gab.“ (10) So hat es der Journalist und Historiker Thomas Frank in einem Buch beschrieben, mit dem er deutlich machte, wie in Teilen der USA eine politische Kultur entstehen konnte, in der eine Mehrheit der Bevölkerung dazu übergegangen ist, den politischen Kampf nicht dazu zu benutzen, ihre eigene, ziemlich schlechte wirtschaftliche Lage zu verbessern. Stattdessen wird die politische Debatte künstlich mit sogenannten wedge issues (etwa: Spalt-Material) (11) angereichert. Dazu könnte man auch die Idee zählen, mit der rechte amerikanische Politiker gerne flirten, wenn sie ihre Vorstellung von einem christlichen, homogenen, autoritären Staat in Gefahr sehen: Dann würden sie sich am liebsten aus dem nationalen Verbund abseilen.

Man konnte das an jenem Tag vor ein paar Jahren in Austin erleben, in der Hauptstadt des Staates Texas, als der damalige Gouverneur Rick Perry auf einer gut besuchten Veranstaltung der rechten Protestbewegung, die unter dem Namen Tea Party Movement figuriert, an einem “wirklich schönen texanischen Nachmittag”, die Idee lancierte, wonach Texas – zumindest theoretisch – irgendwann die Vereinigten Staaten von Amerika auch wieder verlassen könnte. Keine so abwegige Idee, wenn auch womöglich juristisch nicht einfach durchzusetzen. „Als wir 1845 der Union beigetreten sind, war eines der Themen, dass wir in der Lage sein würden, auch wieder auszutreten, wenn wir das wollten”, erläuterte Perry. Man möge deshalb in Washington bitte genau auf das Stimmungsbild an der Peripherie aufpassen - wo man ähnlich wie das folklorebewusste politische Bayern darauf beharrt, einen Sonderstatus zu besitzen, der respektiert werden will. Perry: „Aber wenn Washington weiter dem amerikanischen Volk eine Nase dreht, wer weiß, was dabei herauskommt!“ (12)

Sollte jemals der erste Stein aus dem zusammengebauten Verbund herausbrechen, könnte dies übrigens in rascher Folge eine Domino-Effekt auslösen: das Auseinanderfallen der Vereinigten Staaten. Mit neuen Grenzen, wie sie in The Nine Nations of North America, einem erfolgreichen Buch von Joel Garreau, schon 1981 (13) beschrieben wurden. Der Professor für Recht, Kultur und Werte an der Arizona State University in Phoenix hatte damals als einer der ersten die Konturen einer disparaten Kultur- und Politik-Landschaft skizziert (in die er auch noch Kanada einschloss).

Dreißig Jahre später stellte er in einem Text für die „New York Times“ mit Erstaunen fest, dass diese Einteilung noch immer klare Konturen besaß. Seine neun Regionen namens „Ökotopia“ (die Westküste von Washington State bis hinunter nach Los Angeles), das „leere Viertel“ (mit dem Gebiet der Rocky Mountains und großen Teilen Kanadas), „Mexamerica“ in der Grenz-Landschaft im Südwesten, der „Brotkorb“ in der Mitte von den Dakotas im Norden bis hinunter nach West-Texas, jenes „Dixie“, wie er die Südstaaten mit der sie verbindenden Geschichte der Sklaverei deklarierte, die „Schmiede“ mit ihren zum „Rust Belt“ verkommenen Großstädten, der Nordosten, der unter dem Begriff „Neu-England“ zusammengefasst wird, das französischsprachige Quebec und die „Inseln“ mit dem Südzipfel von Florida und den vorgelagerten Kleinst-Einheiten in der Karibik (wie den Bahamas) - sie alle wirken noch heute so, als könnte man sie jederzeit in eigene Einheiten auflösen. In neue, kleinere Staatsverbände, die sich homogener entwickeln könnten als das disparate amerikanische Großgebilde. Garreau schreibt: „Die Schichten des Geruchs und der Substanz dessen, was diese Nationen definiert, erklärt noch immer die bedeutendsten Unwetter, durch die unsere öffentlichen Angelegenheiten durchmüssen. Und ,Nine Nations‘ ist gleichzeitig eine Landkarte, die Macht, Geld und Einfluss dokumentiert, deren Muster sich nur noch stärker ausgeprägt haben.“ (14)

Einfluss, wie er sich in einem eigenartigen Prozess abspielt. Er ist mehr als ein faires Tauziehen. Es ist ein Kampf unter der Gürtellinie. So gelang es Republikanern im Repräsentantenhaus, deren Mandate alle zwei Jahre komplett neu vergeben werden, bei der Wahl 2012 klar die Mehrheit der Sitze zu erringen, obwohl nach ausgezählten Stimmen landesweit die Demokraten mit 54,3 Millionen gegenüber 53,8 Millionen vorne lagen. 2014 produzierte dieselbe Partei durch das bewusst manipulierte Ziehen von Wahlkreisgrenzen wie in Pennsylvania folgendes Resultat: Die Demokraten kamen auf 44 Prozent der Stimmen, aber nur auf fünf der 18 Abgeordneten, die der Staat nach Washington entsendet. (15)

Wem neun Teilnationen nicht reichen, der kann das Land übrigens gerne auch anders filetieren. Der Journalist Colin Woodard, der die Wahlgewohnheiten, die demographischen Strukturen und Umfrageergebnisse untersucht hat, kommt auf elf Teilgebiete, in die man die 50 Bundesstaaten der USA regional einsortieren kann. (16)

Zum Beispiel in diese: „Yankeedom“ im Nordosten und in Teilen des Mittleren Westens, die allesamt von Puritanern geprägt wurden und die traditionell Sympathien für ein staatlich geregeltes gesellschaftliches Miteinander haben und demokratische Spielregeln akzeptieren. Im Kontrast dazu: der „Deep South“ mit Louisiana, Mississippi, Alabama, Georgia und anderen Staaten, die von ehemaligen Plantagen-Eigentümern kultiviert wurden, die aus der Karibik kamen und dort schon Sklaven hielten. Und die eine Welt liebten, in der wenige reiche Großgrundbesitzer das Sagen haben. Eine weitere Nation: „Greater Appalachia“, jene Zone von West Virginia nach Osten bis in den nördlichen Teil von Texas, die von Einwanderern aus Nordirland, England und Schottland besiedelt wurde, die einerseits nichts für die herrschende Kaste, aber auch nichts für den Adel übrig hatten, die also gleich zwei Formen des Misstrauens kultivierten - das gegen die Plantagen-Besitzer und das gegen die Regierung. „Das alles sitzt tief“, sagt Woodard. „Das sind dominierende kulturelle Strömungen in unterschiedlichen Regionen. Aber diese Macht existiert.“

Eine dieser Strömungen hat der Autor J. D. Vance in seinem jüngst erschienenen Buch Hillbilly Elegy: A Memoir of a Family and Culture in Crisis etwas genauer unter die Lupe genommen, weil er sie ziemlich gut kennt. Es sind die Bewohner der überwiegend ländlichen Landstriche von West Virginia, Kentucky und Tennessee, die tatsächlich in erster Linie unter den Folgen anhaltender wirtschaftlicher Probleme leiden. Aber dieser Überlebenskampf sei nicht für das zentrale Problem der Betroffenen verantwortlich. Der viel entscheidendere Sachverhalt sei die Hillbilly-Kultur selbst: „Sie ermutigt in wachsendem Maße den sozialen Verfall, anstatt dagegen anzugehen.“ (17)

Was zu einem gewissen Teil erklärt, wieso sich unter den massiven Differenzen im politischen Denken der Menschen in den unterschiedlichen Regionen unter anderem solche Absurditäten finden wie jene, dass ausgerechnet in den Gebieten, die am meisten von den zentral von Washington aus finanzierten Institutionen profitieren, das Konzept einer über die Bundesebene umgesetzten Politik des Ausgleichs zwischen wirtschaftlich und steuerlich starken und schwachen Staaten am meisten bekämpft wird. Warum? Angeblich laufen die starken Regionen an der Küste, wo (wie in Silicon Valley, in Seattle, in New York oder Boston) ein überproportional großer Teil des wirtschaftlichen Ertrags des Landes produziert wird, „moralisch“ aus dem Ruder. Anders als in den dahin dämmernden Zonen, wo eine edelmütige, patriotische, fundamentalistisch religiös geprägte, kleinstädtische politische Kultur zuhause ist, die zwar nicht genug zum angeblich so großartigen Amerika beisteuert, aber ihre Rolle im Festhalten an idealistische Wertvorstellungen gefunden hat. Diese vermeintliche Idylle wird ständig „von draußen“ bedroht - von den Filmemachern in Hollywood, den Medienmachern in New York, den Politikern in Washington und - natürlich - auch von Illegalen aus Mexiko, von den Schwulen, die heiraten dürfen, von besser gebauten und tauglicheren ausländischen Autos, von den Genuss-Kulturen, von den Lebensstilen fremder Länder - und so weiter, und so fort.

Die auf diese Weise kultivierten Phobien und Verteidigungsmechanismen gegen amorphe äußere Mächte hat, so erklärt Woodard, zu einer wachsenden Polarisierung im politischen Bereich beigetragen. Aber auch – viel signifikanter – zu einer inneramerikanischen Migrationsentwicklung, die nicht länger von rein wirtschaftlichen Überlegungen und dem Arbeitsmarkt bestimmt wird. Sie hat dazu geführt, „dass ein großer Anteil von Menschen ihre Entscheidung zum Umzug oder Wegzug davon abhängig macht, nur noch mit Leuten zusammenleben zu wollen, die so ähnlich denken wie sie”.

Wenn man anhand dieses Phänomens seine „Elf-Staaten-Landkarte“ über die USA lege, sagt Woodard, dann würde man sehen, wie diese Tendenz dazu beitrage, dass sich Amerikaner neuerdings zu einem erheblichen Grad intern in so etwas wie separate Nationen aufteilen. Ob und wie sich das auswirkt, ist noch offen. Denn: „Das ist ihnen gar nicht bewusst.”

(1) http://www.usnews.com/news/best-countries/united-states
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Morris_Berman
(3) https://www.amazon.de/s/ref=dp_byline_sr_book_1?ie=UTF8&text=Morris+Berman&search-alias=books-de&field-author=Morris+Berman&sort=relevancerank
(4) http://www.huffingtonpost.com/george-lakoff/understanding-trump_b_11144938.html
(5) http://fivethirtyeight.com/features/george-lakoff-on-obama-code/
(6) https://www.thenation.com/article/this-is-how-trump-supporters-convince-themselves-theyre-not-racist/
(7) https://en.wikipedia.org/wiki/White_supremacy
(8) https://de.wikipedia.org/wiki/Flyover_Country
(9)  https://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Staaten_und_blaue_Staaten
(10) https://en.wikipedia.org/wiki/What%27s_the_Matter_with_Kansas%3F
(11) https://en.wikipedia.org/wiki/Wedge_issue
(12) http://www.factcheck.org/2011/08/what-perry-really-said-about-secession/
(13) https://www.amazon.com/Nine-Nations-North-America/dp/0380578859
(14) http://www.nytimes.com/roomfordebate/2014/07/03/where-do-borders-need-to-be-redrawn/nine-nations-of-north-america-30-years-later
(15) http://billmoyers.com/2014/11/05/gerrymandering-rigged-2014-elections-republican-advantage/
(16) http://wunc.org/post/forget-50-states-us-really-11-nations-says-author#stream/0
(17) http://www.nytimes.com/2016/08/11/books/review-in-hillbilly-elegy-a-compassionate-analysis-of-the-poor-who-love-trump.html?smid=tw-nytmedia&smtyp=cur&_r=0

Wolfgang Streeck, Soziologe und Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln.
Wolfgang Streeck, Soziologe und Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln.

Zurück