Mailand, im Café


Während man im Café sitzt, ist man unterwegs; wie im Zug, im Hotel oder auf der Straße hat man nur ganz wenig bei sich, kann nichts einen eitlen persönlichen Stempel aufdrücken, ist niemand. In dieser vertraulichen Anonymität darf man sich verstellen, sich seines Ichs wie einer Schale entledigen. Die Welt ist eine verschwimmende Höhle. ... Die Stunden fließen angenehm dahin, sorglos, fast glücklich.
Claudio Magris, Die Welt en gros und en détail (Textauswahl: Antonio Pellegrino)

Foto: Lisa Fuhr, München, LISA.FUHR@t-online.de

16. Februar 2002

Leserbrief